Kreditkarte sicher nutzen: Worum es in diesem Leitfaden geht

Kreditkarten sind praktisch, ob im Onlineshop, im Restaurant oder auf Reisen. Gleichzeitig interessieren sich leider auch Betrüger für Kartendaten. Die gute Nachricht lautet: Mit einigen festen Gewohnheiten senken Sie das Risiko deutlich.
Die meisten Betrugsversuche folgen wiederkehrenden Mustern. Wenn Sie diese Muster kennen, erkennen Sie verdächtige Nachrichten, Anrufe oder Websites schneller und können gelassen reagieren, statt unter Zeitdruck eine voreilige Entscheidung zu treffen.
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen ruhig und praxisnah, wie Phishing funktioniert, wie Sie online und im Alltag sicher bezahlen, wie Sie Ihre Umsätze im Blick behalten und was im Ernstfall Schritt für Schritt zu tun ist.
Warum Sicherheit bei Kreditkarten vor allem Gewohnheitssache ist
Kartenherausgeber setzen zahlreiche technische Schutzmechanismen ein, etwa Chips, Verschlüsselung und Systeme zur Erkennung ungewöhnlicher Zahlungen. Diese Technik arbeitet im Hintergrund und fängt viele Betrugsversuche ab, bevor Sie überhaupt etwas davon bemerken.
Viele erfolgreiche Angriffe setzen deshalb nicht bei der Technik an, sondern beim Menschen. Betrüger versuchen, Sie zur Herausgabe von Daten oder zur Freigabe einer Zahlung zu bewegen. Ihr eigenes Verhalten ist daher ein wichtiger Schutzfaktor.
Wenn Sie wissen, wie Zahlungen mit der Karte grundsätzlich ablaufen, fällt es leichter, Ungereimtheiten zu erkennen. Die Grundlagen dazu erklärt unser Beitrag darüber, wie Kreditkarten funktionieren und wie Sie sie klug einsetzen.
Die häufigsten Betrugsmaschen im Überblick
Betrugsversuche rund um Kreditkarten lassen sich grob in einige Gruppen einteilen. Manche zielen darauf ab, Ihre Kartendaten abzugreifen, andere darauf, Sie zu einer Zahlung oder Freigabe zu verleiten, die Sie eigentlich nicht beabsichtigen.
Die folgende Übersicht beschreibt typische Maschen in allgemeiner Form. Die konkreten Varianten ändern sich laufend, das Grundprinzip bleibt jedoch meist erstaunlich ähnlich und lässt sich mit etwas Übung gut wiedererkennen:
| Masche | So läuft sie typischerweise ab | Ihr bester Schutz |
|---|---|---|
| Phishing per E-Mail | Gefälschte Nachricht mit Link zu einer nachgebauten Seite | Links meiden, Seite selbst aufrufen |
| Smishing per SMS | Kurznachricht über angebliches Paket oder drohende Kartensperre | Absender prüfen, nicht antworten |
| Vishing per Telefon | Anrufer gibt sich als Bank oder Behörde aus | Auflegen, offizielle Nummer selbst wählen |
| Fake-Shop | Täuschend echter Onlineshop ohne echte Ware | Impressum, Bewertungen und Bezahlwege prüfen |
| Skimming | Manipulierte Lesegeräte an Automaten oder Kassen | Gerät prüfen, PIN verdeckt eingeben |
| Freigabe-Trick | Aufforderung, eine fremde Zahlung in der App zu bestätigen | Nur selbst ausgelöste Zahlungen freigeben |
Allen Maschen gemeinsam ist, dass sie mit Vertrauen, Zeitdruck oder Neugier arbeiten. Wenn Sie sich angewöhnen, bei ungewöhnlichen Aufforderungen kurz innezuhalten, haben Sie bereits einen großen Teil des Schutzes selbst in der Hand.
Phishing erkennen: E-Mails, SMS und Messenger
Phishing bezeichnet den Versuch, über gefälschte Nachrichten an persönliche Daten zu gelangen. Die Nachrichten sehen oft so aus, als stammten sie von Ihrer Bank, einem Kartenherausgeber, einem Paketdienst oder einem bekannten Onlinehändler.
Ziel ist meist, Sie auf eine nachgebaute Website zu leiten, auf der Sie Kartennummer, Prüfnummer, Zugangsdaten oder Bestätigungscodes eingeben sollen. Diese Daten nutzen die Täter anschließend für eigene Zahlungen oder weitere Betrugsversuche.
Neben E-Mails kommen solche Nachrichten zunehmend per SMS oder Messenger. Gerade auf dem kleinen Bildschirm eines Smartphones fallen gefälschte Absender und Links weniger auf, deshalb lohnt sich dort besondere Aufmerksamkeit.
Typische Merkmale einer Phishing-Nachricht
Nicht jede Phishing-Nachricht ist leicht zu erkennen, denn viele sind inzwischen sprachlich sauber und optisch gut gemacht. Einige Merkmale tauchen jedoch immer wieder auf und sollten Ihre Aufmerksamkeit wecken:
- Dringlichkeit, etwa eine angeblich drohende Kartensperre innerhalb kurzer Frist
- Aufforderung, Kartendaten, PIN oder Bestätigungscodes einzugeben
- Links, deren Zieladresse nicht zur offiziellen Website passt
- Unpersönliche Anrede oder ungewöhnliche Absenderadressen
- Anhänge, die Sie öffnen, oder Apps, die Sie installieren sollen
- Ankündigungen von Gewinnen, Erstattungen oder unerwarteten Gutschriften
Seriöse Kartenherausgeber fragen nach gängiger Praxis weder per E-Mail noch per SMS nach Ihrer PIN oder vollständigen Kartendaten. Wenn Sie unsicher sind, öffnen Sie die App oder Website Ihres Anbieters direkt und prüfen dort, ob eine Nachricht vorliegt.
So gehen Sie mit einer verdächtigen Nachricht um
Klicken Sie keine Links an und öffnen Sie keine Anhänge. Antworten Sie nicht auf die Nachricht, auch nicht, um sich zu beschweren. Jede Reaktion kann den Absendern signalisieren, dass Ihre Adresse oder Nummer aktiv genutzt wird.
Viele Banken und Verbraucherzentralen bieten Möglichkeiten, Phishing-Nachrichten zu melden. Anschließend können Sie die Nachricht löschen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stellt zudem allgemeine Hinweise bereit, wie Sie solche Nachrichten einordnen können.
Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern
Eine verbreitete Masche ist der Anruf eines vermeintlichen Mitarbeiters Ihrer Bank oder Ihres Kartenherausgebers. Die Anrufer wirken freundlich und kompetent, kennen manchmal bereits einzelne Daten über Sie und berichten von verdächtigen Zahlungen auf Ihrer Karte.
Im weiteren Verlauf bitten sie dann um einen Bestätigungscode, um eine Freigabe in der App oder um die Prüfnummer Ihrer Karte. Genau diese Angaben ermöglichen es den Tätern, selbst Zahlungen in Ihrem Namen auszulösen.
Die angezeigte Telefonnummer ist dabei kein verlässliches Merkmal, da sie technisch verfälscht werden kann. Beenden Sie im Zweifel das Gespräch und rufen Sie selbst die offizielle Nummer an, die auf Ihrer Karte oder der Website des Anbieters steht.
Freigaben nur für eigene Zahlungen
Eine einfache Regel schützt vor vielen Tricks: Bestätigen Sie in Ihrer Banking- oder Karten-App ausschließlich Zahlungen, die Sie selbst gerade ausgelöst haben. Lesen Sie den Freigabetext dabei vollständig, insbesondere Betrag und Empfänger.
Erscheint eine Freigabeanfrage, die Sie nicht erwartet haben, lehnen Sie sie ab. Das gilt auch dann, wenn ein Anrufer Ihnen erklärt, die Freigabe diene angeblich Ihrer Sicherheit oder der Rückabwicklung einer betrügerischen Zahlung.
Echte Sicherheitsabteilungen benötigen von Ihnen keine Freigabe, um eine verdächtige Zahlung zu stoppen. Wenn Sie unsicher sind, legen Sie auf und klären Sie die Situation über die offizielle Hotline Ihres Kartenherausgebers.
Sicher online bezahlen
Onlinekäufe mit der Kreditkarte sind alltäglich und in aller Regel unkompliziert. Damit das so bleibt, lohnt sich vor jeder Bestellung ein kurzer Blick auf den Shop, die Verbindung und die Art, wie die Zahlung abgewickelt wird.
Achten Sie darauf, dass die Adresszeile Ihres Browsers eine verschlüsselte Verbindung anzeigt und die Adresse genau zum Shop passt. Kleine Abweichungen in der Schreibweise sind ein häufiges Merkmal nachgebauter Seiten, die echten Shops täuschend ähneln.
Bezahlen Sie möglichst nur auf Geräten, die Sie selbst kontrollieren und die auf dem aktuellen Stand sind. Öffentliche Computer, etwa in Hotels oder Bibliotheken, eignen sich für die Eingabe von Kartendaten weniger gut.
Seriöse Shops erkennen
Ein vollständiges Impressum mit Anschrift, nachvollziehbare Geschäftsbedingungen und ein erreichbarer Kundenservice sind wichtige Hinweise auf einen seriösen Händler. Unabhängige Bewertungen außerhalb der Shopseite helfen Ihnen zusätzlich bei der Einschätzung.
Vorsicht ist angebracht, wenn Preise ungewöhnlich niedrig sind, nur wenige Bezahlwege angeboten werden oder kurz vor dem Abschluss plötzlich eine andere Zahlungsart verlangt wird. Die Verbraucherzentralen informieren regelmäßig über typische Merkmale von Fake-Shops.
Zusätzliche Bestätigung beim Bezahlen
Bei vielen Onlinezahlungen verlangt Ihr Kartenherausgeber eine zusätzliche Bestätigung, etwa per App oder Code. Dieses Verfahren, häufig unter dem Namen 3-D Secure bekannt, soll sicherstellen, dass tatsächlich Sie die Zahlung auslösen.
Prüfen Sie bei jeder Bestätigung, ob Händler und Betrag mit Ihrer Bestellung übereinstimmen. Passt etwas nicht zusammen, brechen Sie den Vorgang ab und informieren Sie im Zweifel Ihren Kartenherausgeber über den Vorfall.
Kartendaten speichern oder nicht
Viele Shops bieten an, Ihre Kartendaten für künftige Einkäufe zu speichern. Das ist bequem, erhöht aber die Zahl der Stellen, an denen Ihre Daten hinterlegt sind. Überlegen Sie deshalb, bei welchen Händlern sich das wirklich lohnt.
Manche Anbieter stellen virtuelle Kartennummern bereit, die sich für einzelne Einkäufe oder bestimmte Händler nutzen lassen. Fragen Sie bei Ihrem Kartenherausgeber nach, ob und in welcher Form eine solche Funktion für Ihre Karte verfügbar ist.
Kartendaten im Alltag schützen
Ihre Kreditkarte enthält mehrere Angaben, die zusammen Zahlungen ermöglichen: Kartennummer, Ablaufdatum und die Prüfnummer auf der Rückseite. Gehen Sie mit diesen Daten ähnlich sorgsam um wie mit Ihrem Wohnungsschlüssel.
Fotografieren Sie Ihre Karte nicht und versenden Sie keine Kartendaten per Messenger oder E-Mail. Bewahren Sie die PIN niemals gemeinsam mit der Karte auf und notieren Sie sie auch nicht in leicht erkennbarer Form.
Geben Sie Ihre Karte beim Bezahlen möglichst nicht aus der Hand. Ist das in einem Restaurant doch einmal nötig, behalten Sie im Blick, was mit ihr geschieht, und lassen Sie sich anschließend den Beleg aushändigen.
Kontaktlos bezahlen
Kontaktloses Bezahlen ist schnell und gilt bei üblicher Nutzung als vergleichsweise sicher, da für eine Zahlung eine unmittelbare Nähe zum Terminal nötig ist. Bei höheren Beträgen wird zusätzlich häufig die PIN abgefragt.
Wenn Sie sich damit wohler fühlen, können Sie bei vielen Anbietern die Kontaktlosfunktion in der App einschränken oder deaktivieren. Auch eine Schutzhülle für die Karte ist eine Möglichkeit, die manche Menschen im Alltag bevorzugen.
Wichtiger als jede Hülle ist ohnehin der Blick auf Ihre Umsätze. Kontaktlose Zahlungen erscheinen dort genauso wie alle anderen Buchungen, sodass Sie ungewöhnliche Vorgänge auch hier zuverlässig erkennen können.
Am Geldautomaten und an der Kasse
Beim Skimming versuchen Täter, Kartendaten über manipulierte Lesegeräte und die PIN über versteckte Kameras oder Tastaturaufsätze abzugreifen. Moderne Chipkarten erschweren solche Angriffe deutlich, ganz ausschließen lassen sie sich jedoch nicht.
Werfen Sie vor der Nutzung eines Automaten einen kurzen Blick auf Kartenschlitz und Tastatur. Wirken Teile locker, ungewöhnlich dick oder nachträglich angebracht, nutzen Sie lieber ein anderes Gerät und informieren Sie das betreibende Institut.
Decken Sie die Tastatur bei der PIN-Eingabe immer mit der Hand ab, auch an der Supermarktkasse. Lassen Sie sich nicht von fremden Personen ablenken, die Ihnen ungefragt Hilfe anbieten oder Sie während der Eingabe ansprechen.
Smartphone und Apps als Sicherheitszentrale
Für viele Menschen ist das Smartphone inzwischen der wichtigste Zugang zu ihren Finanzen. Banking-Apps, Karten-Apps und mobiles Bezahlen bündeln dort zahlreiche Funktionen. Umso wichtiger ist es, das Gerät selbst gut abzusichern.
Das gilt besonders, wenn Sie Ihre Kreditkarte in einer digitalen Geldbörse hinterlegt haben. Bezahlen Sie damit, schützt in der Regel die Entsperrung Ihres Geräts die Zahlung, weshalb eine sichere Bildschirmsperre so wichtig ist.
Mit einigen grundlegenden Einstellungen schaffen Sie eine solide Basis. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt ähnliche Maßnahmen auch allgemein für den sicheren Umgang mit mobilen Geräten im Alltag:
- Bildschirmsperre mit sicherer PIN oder biometrischer Entsperrung aktivieren
- Betriebssystem und Apps regelmäßig aktualisieren
- Apps ausschließlich aus den offiziellen App-Stores installieren
- Für Banking eigene, starke Zugangsdaten verwenden
- Zahlungen nicht über offene, unbekannte WLAN-Netze abwickeln
- Ortungs- und Sperrfunktion für den Fall eines Verlusts einrichten
Seien Sie zurückhaltend, wenn Sie aufgefordert werden, Apps zur Fernwartung oder Bildschirmfreigabe zu installieren. Über solche Programme können Dritte unter Umständen sehen, was Sie eingeben, oder Ihr Gerät sogar aus der Ferne steuern.
Umsätze regelmäßig prüfen
Eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen ist zugleich eine der einfachsten: der regelmäßige Blick auf Ihre Kartenumsätze. Je früher Sie eine unbekannte Buchung bemerken, desto einfacher lässt sich der Vorfall in der Regel klären.
Achten Sie dabei nicht nur auf große Beträge. Betrüger testen gestohlene Kartendaten manchmal zunächst mit kleinen Summen, bevor sie größere Zahlungen auslösen. Auch unbekannte Händlernamen sind ein Anlass, genauer nachzusehen.
Ein fester Termin, etwa einmal pro Woche, macht die Kontrolle zur Routine. Wie Sie Ihre Ausgaben strukturiert im Blick behalten, erklärt unser Leitfaden dazu, wie Sie Ausgaben verfolgen und Ihr Budget langfristig einhalten.
Unbekannte Buchungen richtig einordnen
Nicht jede unbekannte Buchung ist Betrug. Manchmal erscheint ein Händler unter einem anderen Firmennamen, als Sie ihn aus dem Geschäft oder Onlineshop kennen, oder ein Abonnement verlängert sich automatisch.
Prüfen Sie deshalb zunächst Ihre Bestellungen, Abos und Belege. Bleibt die Buchung unklar, wenden Sie sich zeitnah an Ihren Kartenherausgeber und schildern Sie genau, welche Zahlung Sie nicht zuordnen können.
Kündigen Sie Abonnements, die Sie nicht mehr nutzen, und löschen Sie gespeicherte Kartendaten bei Händlern, bei denen Sie nicht mehr einkaufen. So wird Ihre Umsatzliste übersichtlicher und Auffälligkeiten springen schneller ins Auge.
Benachrichtigungen und Kartensteuerung nutzen
Viele Kartenherausgeber bieten Push-Nachrichten oder SMS bei jeder Zahlung an. So erfahren Sie unmittelbar, wenn Ihre Karte eingesetzt wird, und können ungewöhnliche Vorgänge sofort erkennen, statt erst auf die nächste Abrechnung zu warten.
Je nach Anbieter lassen sich in der App weitere Einstellungen vornehmen, etwa das vorübergehende Sperren der Karte, das Begrenzen von Onlinezahlungen oder das Einschränken bestimmter Länder und Zahlungsarten. Der Funktionsumfang unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.
Eine vorübergehende Sperre ist besonders praktisch, wenn Sie Ihre Karte nur verlegt haben. Sie können sie sperren, in Ruhe suchen und nach dem Wiederfinden wieder freischalten, ohne gleich eine neue Karte bestellen zu müssen.
Sicherheit auf Reisen
Auf Reisen kommen neue Situationen hinzu: fremde Automaten, unbekannte Geschäfte und oft öffentliche Netzwerke. Mit etwas Vorbereitung bleiben Sie dennoch gelassen und können Ihre Karte unterwegs wie gewohnt einsetzen.
Notieren Sie die Notfallnummer Ihres Kartenherausgebers getrennt von der Karte, etwa auf Papier im Reisegepäck. Eine zweite, separat aufbewahrte Zahlungsmöglichkeit hilft Ihnen, falls eine Karte verloren geht oder gesperrt werden muss.
Nutzen Sie Geldautomaten möglichst in Bankfilialen oder gut einsehbaren Bereichen. Verfolgen Sie Ihre Zahlungsbenachrichtigungen während der Reise besonders aufmerksam, damit Ihnen ungewöhnliche Buchungen nicht entgehen.
Wenn etwas passiert ist: die ersten Schritte
Trotz aller Vorsicht kann es vorkommen, dass Ihre Karte verloren geht, gestohlen wird oder Sie eine fremde Abbuchung entdecken. Entscheidend ist dann vor allem eines: ruhig bleiben und zügig handeln.
Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt. Sie hilft Ihnen, nichts Wichtiges zu vergessen, und schafft eine gute Grundlage dafür, dass sich der Vorfall möglichst unkompliziert klären lässt:
- Lassen Sie die Karte umgehend sperren, über die App, die Hotline Ihres Kartenherausgebers oder den zentralen Sperr-Notruf.
- Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Gesprächspartner Ihrer Sperrmeldung.
- Prüfen Sie Ihre letzten Umsätze und markieren Sie alle Buchungen, die Sie nicht kennen.
- Melden Sie unbekannte Buchungen schriftlich oder über die App bei Ihrem Kartenherausgeber.
- Ändern Sie Passwörter, falls Zugangsdaten betroffen sein könnten.
- Erstatten Sie bei Diebstahl oder Betrug Anzeige bei der Polizei.
In Deutschland gibt es mit der Rufnummer 116 116 einen zentralen Sperr-Notruf, über den sich viele Karten sperren lassen. Ob Ihr Kartenherausgeber daran angeschlossen ist, erfahren Sie in Ihren Kartenunterlagen oder auf dessen Website.
Halten Sie die Sperrnummer Ihres Anbieters am besten schon jetzt griffbereit, etwa im Adressbuch Ihres Telefons und zusätzlich auf Papier. Im Ernstfall sparen Sie damit wertvolle Zeit und vermeiden unnötige Aufregung.
Reklamation und Erstattung: Ihre Rechte
Wurde Ihre Karte ohne Ihre Zustimmung belastet, haben Sie als Verbraucher grundsätzlich gute Möglichkeiten, eine Erstattung zu verlangen. Die genauen Voraussetzungen ergeben sich aus den gesetzlichen Regeln und den Bedingungen Ihres Kartenvertrags.
Wichtig ist, dass Sie nicht autorisierte Zahlungen unverzüglich melden, sobald Sie davon erfahren. Wie weit Ihre eigene Haftung reicht, hängt unter anderem davon ab, wann Sie den Verlust angezeigt haben und wie sorgfältig Sie mit Karte und PIN umgegangen sind.
Bei Problemen mit einem Händler, etwa wenn bezahlte Ware nie ankommt, sehen die Kartensysteme ebenfalls Reklamationsverfahren vor. Fragen Sie Ihren Kartenherausgeber, welche Unterlagen Sie einreichen sollten und welche Fristen dabei gelten.
Unterlagen geordnet aufbewahren
Bestellbestätigungen, Belege, Schriftverkehr mit Händlern und die Bestätigung Ihrer Sperrmeldung erleichtern jede Reklamation erheblich. Legen Sie dafür am besten einen festen Ordner an, digital oder auf Papier.
Die Verbraucherzentralen bieten neutrale Informationen dazu, wie Sie bei strittigen Kartenzahlungen vorgehen können. Wenn Ihr Kartenherausgeber eine Erstattung ablehnt, können Sie sich dort zu weiteren Möglichkeiten beraten lassen.
Bewahren Sie Ihre Unterlagen so lange auf, bis ein Vorfall vollständig abgeschlossen ist. Notieren Sie außerdem Aktenzeichen oder Vorgangsnummern, damit Sie bei Rückfragen schnell auf den richtigen Vorgang verweisen können.
Anzeige erstatten und Unterstützung finden
Wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, ist eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll. Viele Bundesländer bieten dafür auch Onlinewachen an. Die Anzeige dokumentiert den Vorfall und kann bei der Klärung mit Ihrem Kartenherausgeber helfen.
Das Präventionsangebot Polizei-Beratung informiert zudem verständlich über aktuelle Betrugsmaschen und darüber, wie Sie sich davor schützen. Ein Blick auf dieses Angebot lohnt sich auch vorbeugend, bevor überhaupt etwas passiert ist.
Sprechen Sie auch im Familien- und Freundeskreis über solche Erfahrungen. Gerade ältere Angehörige profitieren davon, typische Maschen zu kennen, und niemand muss sich schämen, wenn ein Betrugsversuch einmal überzeugend wirkte.
Eine einfache Sicherheitsroutine für jeden Monat
Sicherheit muss nicht kompliziert sein. Eine kurze monatliche Routine reicht oft aus, um die wichtigsten Punkte im Griff zu behalten und kleine Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu bemerken, bevor daraus ein größeres Problem wird.
Verbinden Sie die Routine am besten mit Ihrer übrigen Finanzplanung. Wenn Sie ohnehin regelmäßig ein Budget erstellen und überprüfen, fällt der zusätzliche Blick auf Karte und Konto kaum ins Gewicht:
- Kartenumsätze und Abrechnung vollständig durchsehen
- Laufende Abonnements und gespeicherte Kartendaten in Shops prüfen
- Updates für Smartphone und Banking-Apps installieren
- Benachrichtigungseinstellungen und Kartenfunktionen in der App kontrollieren
- Sperrnummer und Notfallkontakte auf Aktualität prüfen
Mit dieser Routine behalten Sie den Überblick über Ihre Finanzen und Ihre Sicherheit zugleich. Schon wenige Minuten im Monat können dazu beitragen, dass Ihnen kaum noch etwas Ungewöhnliches entgeht.
Häufige Fragen
Woran erkennen Sie, ob eine Nachricht wirklich von Ihrer Bank stammt?
Verlassen Sie sich nicht auf Absender oder Logo. Öffnen Sie stattdessen die App oder Website Ihres Anbieters selbst, ohne Links aus der Nachricht zu nutzen, und prüfen Sie dort, ob tatsächlich eine Mitteilung vorliegt.
Zusätzlich können Sie die Kundenhotline über die Nummer auf Ihrer Karte anrufen und nachfragen. Echte Mitteilungen lassen sich auf diesem Weg bestätigen, ohne dass Sie Daten über einen unbekannten Link eingeben müssen.
Darf Ihre Bank Sie nach PIN oder Bestätigungscodes fragen?
Seriöse Institute fragen nach gängiger Praxis nicht nach Ihrer PIN oder nach Codes, die Sie für Freigaben erhalten. Geben Sie solche Angaben nicht weiter, auch nicht an Personen, die sich als Bankmitarbeiter vorstellen.
Das gilt am Telefon, per E-Mail und im Messenger gleichermaßen. Werden Sie dennoch danach gefragt, beenden Sie den Kontakt und melden Sie den Vorfall Ihrem Kartenherausgeber über die offiziellen Kanäle.
Was tun Sie, wenn Sie Daten auf einer Phishing-Seite eingegeben haben?
Lassen Sie Ihre Karte umgehend sperren und informieren Sie Ihren Kartenherausgeber. Ändern Sie betroffene Passwörter, prüfen Sie Ihre Umsätze sorgfältig und erstatten Sie bei einem entstandenen Schaden Anzeige bei der Polizei.
Beobachten Sie Ihre Umsätze danach einige Wochen besonders aufmerksam. Haben Sie dasselbe Passwort auch für andere Dienste genutzt, ändern Sie es dort ebenfalls, um weiteren Missbrauch zu verhindern.
Ist kontaktloses Bezahlen sicher?
Bei üblicher Nutzung gilt es als vergleichsweise sicher, da eine Zahlung nur in unmittelbarer Nähe zum Terminal möglich ist. Bei vielen Anbietern können Sie die Funktion in der App zusätzlich einschränken oder abschalten.
Wie bei jeder anderen Zahlungsart gilt auch hier: Prüfen Sie Ihre Umsätze regelmäßig. Fällt Ihnen eine unbekannte kontaktlose Zahlung auf, melden Sie diese genauso zügig wie jede andere verdächtige Buchung.
Bekommen Sie Ihr Geld bei einer betrügerischen Abbuchung zurück?
Bei nicht autorisierten Zahlungen haben Verbraucher grundsätzlich einen Erstattungsanspruch. Die Einzelheiten hängen vom Fall und Ihrem Vertrag ab. Melden Sie die Buchung daher zügig und bewahren Sie alle Unterlagen sorgfältig auf.
Bei Unklarheiten zu Ihrem Anspruch oder einer abgelehnten Erstattung bieten die Verbraucherzentralen neutrale Informationen und Beratung. Dort erfahren Sie, welche weiteren Schritte in Ihrem konkreten Fall möglich sind.
Wo finden Sie verlässliche Informationen zu aktuellen Maschen?
Hilfreiche Anlaufstellen sind die Verbraucherzentralen, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und das Präventionsangebot Polizei-Beratung. Auch Ihr Kartenherausgeber informiert häufig auf seiner Website über aktuelle Betrugsversuche.
Ein gelegentlicher Blick auf diese Quellen hält Sie auf dem Laufenden, ohne dass Sie sich ständig mit dem Thema beschäftigen müssen. Gut informiert erkennen Sie neue Maschen meist schon beim ersten Kontakt.
Fazit: mit klaren Gewohnheiten gelassen und sicher bezahlen
Eine Kreditkarte sicher zu nutzen, erfordert kein technisches Spezialwissen. Entscheidend sind einige klare Gewohnheiten: Daten schützen, Nachrichten kritisch prüfen, nur eigene Zahlungen freigeben und die Umsätze regelmäßig im Blick behalten.
Sollte doch einmal etwas passieren, hilft ein ruhiger, geordneter Ablauf: Karte sperren, Vorfall melden, Unterlagen sichern und bei Bedarf Anzeige erstatten. Je schneller Sie handeln, desto leichter lässt sich die Situation in der Regel klären.
Nutzen Sie die Schutzfunktionen Ihres Anbieters und informieren Sie sich bei neutralen Stellen über neue Maschen. So bezahlen Sie mit Ihrer Karte entspannt und sicher, im Alltag ebenso wie online und unterwegs.
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